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SUMMARY:Juliane Vogel: Nehmt Scheren! Ansichten eines Werkzeugs im Zeitalter der Collage
DESCRIPTION:Juliane Vogel: Nehmt Scheren! Ansichten eines Werkzeugs im Zeitalter der Collage. Konstanz University Press 2026. \n\n\n\nBuchpräsentation mit der Autorin. Anschließend Diskussion mit Daniel Milkovits und Norbert Christian Wolf. \n\n\n\nOrt: Universität Wien\, Hauptgebäude\, Hörsaal 5 (Tiefparterre\, Stiege 9\, Hof 5) \n\n\n\nAls Literatur und Künste am Anfang des 20. Jahrhunderts mit geschnittenem Material zu arbeiten beginnen\, bedienen sie sich eines Werkzeugs\, das in der Hierarchie der Künste lange diskreditiert war. Erst als die Operationen des Schneidens ins Zentrum künstlerischer und literarischer Produktion rücken\, erfährt die Schere eine\, wenngleich stets fragile\, gefährdete und oft widerrufene Anerkennung. Damit werden Originalität\, Ganzheit und Schließung als grundlegende Konzepte bürgerlicher Kunst und Literatur ausgehebelt\, werden neue Akteure in den Künsten aktiv\, Gattungs- und Mediengrenzen überschritten und eine Praxis entwickelt\, die keine – und schon gar keine falschen – Zusammenhänge respektiert. Im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit avanciert die Schere zu einem Medium\, das den Umgang mit Texten und Bildern revolutioniert. Das Buch verfolgt ihre Karriere von einem als unschöpferisch geltenden Gebrauchsgegenstand der frühen Neuzeit zu einem zentralen Werkzeug moderner künstlerischer und literarischer Verfahren. Nehmt Scheren erzählt die unwahrscheinliche Aufstiegsgeschichte eines unauffälligen Werkzeugs. Juliane Vogel zeigt\, wie die Schere zum unverzichtbaren Produktionsmittel im Umgang mit den modernen Massenmedien wurde und wie sie sich in die Ateliers und auf die Schreibtische vorarbeitete. \n\n\n\nWeitere Informationen zum Buch und zur Autorin finden Sie unter https://www.wallstein-verlag.de/9783835391932-nehmt-scheren.html. \n\n\n\nOrganisation: Daniel MilkovitsMit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien
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SUMMARY:Claus Zittel: Romansymphonik. Adornos Theorie des Romans
DESCRIPTION:Claus Zittel: Romansymphonik. Adornos ‚Theorie des Romans‘. Heidelberg 2026 (= Leseszenen\, Bd. 2) \n\n\n\nBuchpräsentation und Gespräch. Moderation: Axel Pichler \n\n\n\nOrt: Universität Wien\, Hauptgebäude\, Seminarraum 5\, Tiefparterre (Hof 5) \n\n\n\nAdorno war zeitlebens ein passionierter Romanleser und veröffentlichte zahlreiche Essays zur Literatur. Doch nicht in seinen literaturkritischen Essays\, sondern erst in seiner späten Musikphilosophie ist eine Romantheorie ‚in nuce‘ versteckt. In poetologischen Gedankenexperimenten vergleicht er die Kompositionen Gustav Mahlers mit der Epik und arbeitet dabei eine materiale Formenlehre aus\, die den Weg für neue ästhetische Erfahrungen freimacht – nicht zuletzt beim Lesen von Romanen. \n\n\n\nClaus Zittel greift Adornos Ansätze zu einer an der Musik zu gewinnenden ›Romantheorie‹ auf und denkt dessen philosophische\, musik- und literaturwissenschaftliche Formideen und Gattungstheoreme so weiter\, dass sie auch neuere Entwicklungen in der erzählenden Kunst begrifflich erfassen können. \n\n\n\nText: VerlagWeitere Infos zu Buch\, Autor und Reihe finden Sie unter: https://www.winter-verlag.de/es/detail/978-3-8253-9715-9/Zittel_Romansymphonik/Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien
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SUMMARY:Workshop: Paradoxe Unterwerfung – Symbolische Gewalt
DESCRIPTION:Literatur- und kultursoziologische Perspektiven auf Bourdieus Die männliche Herrschaft \n\n\n\n\n\nUniversität Wien\, Schreyvogelsaal (Hofburg)Leitung: Louise-Marie Jandl\, Lydia Rammerstorfer\, Norbert Christian WolfIn „Die männliche Herrschaft“ (1998) analysiert Pierre Bourdieu die Geschlechterordnung als paradigmatisches Modell sozialer Dominanz. Ihre Wirksamkeit beruht\, so seine zentrale These\, auf verborgenen Mechanismen symbolischer Gewalt – einer subtilen\, kulturell vermittelten Form der Machtausübung\, die sich tief in die soziale Welt und den Habitus einschreibt. Diese „sanfte\, für ihre Opfer unmerkliche\, unsichtbare Gewalt“ (Bourdieu 2021\, 8) zeigt sich etwa in der dichotomen Zuweisung geschlechtsspezifischer Räume\, im ständigen „Wahrgenommenwerden“ (Bourdieu 2021\, 117) des sexualisierten weiblichen Körpers sowie in der Marginalisierung von Frauen in Wissenschaft und Kunst. Die mitunter widerstandslose Tradierung dieser „männlichen Ordnung“ beruht Bourdieu zufolge darauf\, dass sie nicht als willkürlich\, sondern als selbstverständlich wahrgenommen wird. Diese „paradoxe Unterwerfung“ (Bourdieu 2021\,212) bewirkt auch eine Stabilisierung und Naturalisierung der gegebenen gesellschaftlichen Ordnung insgesamt\, die gerade deshalb zumeist unhinterfragt und dadurch unsichtbar bleibt.Der Verborgenheit zum Trotz ist es allerdings möglich\, diese Strukturen zu analysieren und in einem zweiten Schritt zu subvertieren: In seinem literatursoziologischen Hauptwerk „Die Regeln der Kunst“ spricht Bourdieu der Literatur eine besondere Fähigkeit zu\, gesellschaftliche Machtverhältnisse zu „entschleiern“\, wodurch sie gar mitunter mehr über die soziale Welt auszusagen vermöge als manche „vorgeblich wissenschaftliche Schrift“ (Bourdieu 2014\, 66f.; Schniedermann 2020\, 6) Diese gleichermaßen auf das Erkenntnispotenzial literarischer Texte wie auch auf deren spezifische Darstellungsleistung abhebende Annahme bildet die Grundlage von Bourdieus exemplarischer Analyse von Virginia Woolfs „To the Lighthouse“ (vgl. Bourdieu 2021\, 122–141)\, in deren Rahmen er das analytische Potenzial literarischer Verfahren für die Sichtbarmachung der verborgenen Logik männlicher Herrschaft aufzeigt. Eine systematische Auseinandersetzung mit der Anschlussfähigkeit von Bourdieus Theorie für die Analyse literarischer Texte wie sie Bourdieu selbst vorgelegt hat\, steht ebenso noch aus wie es ihr Potenzial für die Reflexion von Machtverhältnissen im Literatur- und Kulturbetrieb zu erkunden gilt. Der interdisziplinäre Workshop macht sich das zur Aufgabe. Er vereint Beiträge aus der Literaturwissenschaft und Soziologie und erkundet das Gegenstandsfeld in Form von Theoriebeispielen ebenso wie anhand von Fallstudien.
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