Symposion: Else Jerusalems Moderne. Feministische Literatur im transkulturellen Raum
18. November @ 10:00 – 20:30
Symposion zum 150. Geburtstag der Autorin, Österreichische Gesellschaft für Literatur (Herrengasse 5, 1010 Wien)
Else Jerusalem (1876–1943) ist eine wichtige feministische Stimme der Wiener Moderne, die erst in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Besonders viel Beachtung fand ihr Bordellroman „Der heilige Skarabäus“, eine ebenso akribische wie künstlerisch anspruchsvolle Milieustudie, die 1909 zum internationalen Bestseller avancierte. Weniger bekannt ist hingegen, dass die Autorin auch zahlreiche exzellente Novellen und Feuilletons schrieb. Bereits 1911 emigrierte Jerusalem nach Argentinien. Dass sie danach fast ein Jahrhundert lang in Vergessenheit geraten konnte, hängt maßgeblich mit den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zusammen, denen auch ihre Werke zum Opfer fielen. Jerusalems kürzere, weit verstreute Schriften wurden bislang weder gesammelt noch waren sie ohne Weiteres zugänglich. Mit der Anthologie „Venus am Kreuz. Novellen, Feuilletons und andere Prosatexte“, die zum 150. Geburtstag der Autorin erschienen ist, erschließen Szilvia Gellai und Kira Kaufmann diese verborgenen Werkschichten. Der Jubiläumsband dient als Anlass für ein eintägiges Symposion, das sich Jerusalems vielfältigem Schaffen widmet und zur Auseinandersetzung mit ihrem Werk einlädt. Eine Abendveranstaltung mit Lesung und Podiumsdiskussion führt näher an ihre klugen und eigenwilligen Texte heran.
Link zur Veranstaltung: https://www.ogl.at/programm/aktuelles-programm/archiv/2026/11/#event-4120
Organisation und Leitung: Szilvia Gellai und Kira Kaufmann

