Nahaufnahme: Österreichische Autor/inn/en im Gespräch: Antonio Fian
1. Dezember @ 19:00 – 20:30
Antonio Fians Œuvre ist in seiner formalen Vielfalt von einem Hang zur Kürze und zur Satire gekennzeichnet. Seine Dramolette haben Kultstatus und gelten aufgrund ihrer Welthaltigkeit als eine Art minidramatischer Geschichtsschreibung, in der gesellschaftliche (Fehl-)Entwicklungen, politische Phrasendrescherei und mediale Wildwüchse über die Sprache satirisch zerlegt werden. Die Erzählungen zelibrieren Gratwanderungen zwischen Traum und Wirklichkeit.
Im Podiumsgespräch wird der Zusammenhang von Textformat, Sprache und Satire im Fokus stehen.
Mit Antonio Fian sprechen der Theaterkritiker und Kulturjournalist Wolfgang Kralicek und die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Millner. Der Autor liest Ausschnitte aus seinen Minidramen und Prosatexten – und vielleicht auch ein Gedicht.
Antonio Fian, geboren 1956 in Klagenfurt, wuchs in Spittal an der Drau auf. 1976 ging er zum Studium der Volkswirtschaftslehre nach Wien, wo er vor allem als Literat hervortrat. Er schreibt satirische Essays, Gedichte, Erzählungen, Romane, Comics und Hörspiele. Besonders beliebt sind seine Dramolette, die zuerst regelmäßig im Falter erschienen und nun in Der Standard zu lesen sind. Für sein literarisches Schaffen erhielt er u. a. den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik, den Johann-Beer-Literaturpreis sowie den Reinhard-Priessnitz-Preis.
Wolfgang Kralicek, geboren 1965 in Wien, Redakteur beim Kurier, Theaterkritiker für Theater heute und Süddeutsche Zeitung. Mitglied im Auswahlgremium der Mülheimer Theatertage.
Alexandra Millner, geboren 1968 in WAidhofen/Thaya, Privatdozentin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Wien, Leiterin eines Forschungsprojekts zur Dramatik Albert Drachs an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie Dramaturgin und Regisseurin im kabinetttheater.
In Kooperation mit dem Literaturhaus Wien, unterstützt von der Kulturabteilung der Stadt Wien MA 7/Wissenschaft.

